Umweltgerechtigkeit

Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit sind eng miteinander verknüpft – sowohl lokal als auch global betrachtet.
Menschen mit geringem Einkommen sind in Deutschland oft höheren Gesundheitsbelastungen durch Umweltprobleme wie Lärm oder Luftverschmutzung ausgesetzt als finanziell bessergestellte Menschen. Menschen im globalen Süden verursachen im Durchschnitt deutlich weniger klimaschädliche Emissionen, leiden aber verstärkt und als erstes unter den Folgen des Klimawandels, während die Industrienationen des globalen Nordens von der Ausbeutung der Umwelt weltweit profitieren.
Umweltgerechtigkeit als Ziel verbindet Natur- und Klimaschutz mit Menschenrechten um Belastungen zu reduzieren und Zugang zu gesundheitsfördernden Umweltressourcen zu erhöhen.
Alle Infos auf einen Blick:
Auf dieser Seite findet ihr folgende Infos zu Klima- und Umweltgerechtigkeit:
- Strategie und Indikatoren des Berliner Senats zur Förderung von Umweltgerechtigkeit
- Die Globale Perspektive von Klimagerechtigkeit
- Die Dokumentation unserer Workshopreihe zu Klima- und Umweltgerechtigkeit 2025
Umweltgerechtigkeit im Land Berlin
Das Land Berlin verfolgt die Förderung von Umweltgerechtigkeit auf Grundlage von 5 Indikatoren (Lärmbelastung, Klimatische Belastung, Grünflächenversorgung, Soziale Benachteiligung). Als Leitbild zielt Umweltgerechtigkeit für das Land Berlin auf die Vermeidung und den Abbau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewährleistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen.
Auf der Umweltgerechtigkeitskarte werden die verschiedenen Umweltbelastungen sozialraumbezogen dargestellt und dienen so als Grundlage zur Förderung von Maßnahmen insbesondere für mehrfachbelastete Kieze.
Das Unabhängige Institut für Umweltfragen – UfU e.V.hat Ende 2023 im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) einen Praxisleitfaden Umweltgerechtigkeit in Berliner Quartieren (download) herausgegeben. Der Leitfaden ist eine gute Basis für Akteur:innen zur Umweltgerechtigkeit, Umweltbildung und Quartiersmanagements bzw. Kiezbüros und Beteiligungsstrukturen.
(c) Texte und Grafiken in diesem Abschnitt stammen von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (Referat Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik, Umweltförderung)

Lärm
Lärm gilt als eine der bedeutendsten Umweltbelastungen mit signifikanten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Wohn- und Umweltqualität.

Luftqualität
Die Luft wird durch gesundheitsbeeinträchtigende Schadstoffe aus Verkehr, Industrie, Kraftwerken und privaten Haushalten verunreinigt. Luftschadstoffe können u.a. zu Erkrankungen der Atemwege und des Herzkreislaufsystems führen.

Klima
Großstädte sind Wärmeinseln. Die thermische Belastung (Bioklima) ist die Summe aller Klimafaktoren, die auf den Menschen sowie andere Organismen einwirken und deren Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen. Insbesondere Hitze, Kälte, Luftfeuchtigkeit und Windverhältnisse.

Grünflächen
Grün- und Freiflächen haben eine wichtige Funktion für die innerstädtische Lebensqualität. Bewegung, Stressabbau und Erholung sind zentrale Motive für die Nutzung von Park- und Grünanlagen. Gleichzeitig haben diese Flächen wichtige kompensatorische Funktionen, vor allem mit Blick auf gesundheitsbelastende Umweltbedingungen.

Status
In Berlin gibt es eine hohe Konstanz der räumlichen Verteilung sozial benachteiligter Einwohnerinnen und Einwohner. Die soziale Problematik wird durch den Status-Index (Monitoring Soziale Stadtentwicklung) abgebildet. Das Monitoring liefert kleinräumige Aussagen zur Veränderung der sozialstrukturellen und sozialräumlichen Entwicklung in den Teilgebieten der Stadt und zeigt die höchsten Problemdichten.
Klimagerechtigkeit

Die globale Perspektive
Die Erderhitzung verschärft bestehende Ungerechtigkeiten. Während einige Länder und Bevölkerungsgruppen, die am meisten zum Klimawandel beigetragen haben, sich besser vor seinen schlimmsten Auswirkungen schützen können, leiden andere überproportional darunter. Die Klimakrise erfordert daher Antworten auf die Frage, wie sich Gerechtigkeit – innerhalb von Gesellschaften sowie über Grenzen und Generationen hinweg – im Umgang mit dem Klimawandel erreichen lässt. Fest steht: Ohne Klimagerechtigkeit, die soziale Fairness mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet, gelingt keine wirkliche Transformation.Eine gerechtere Welt ist möglich, aber nur, wenn wir bereit sind, sie zu gestalten.




