Wörterbuch
Wir nutzen oft Fachbegriffe und Abkürzungen, und vergessen manchmal diese ordentlich zu erklären. Wer blickt noch durch bei AFOK, NUK+N und SDGs? Was sind Baumscheiben oder eine Schwammstadt?
Hier stellen wir Definitionen von häufig verwendeten Begriffen vor, geben Hintergrundwissen und bieten darüber hinaus Links zu weiterführenden Informationen.
Die Liste wird laufend ergänzt. Habt ihr Fragen oder Wünsche, welche Worte wir als nächstes erklären sollen? Schreibt uns eine E-Mail!
AFOK steht für Anpassung an die Folgen des Klimawandels, und ist als Programm Teil des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) 2030 im Januar 2018 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen worden.
„Seit 2016 liegt beim Umweltatlas eine neue Planungshinweiskarte vor die aufzeigt, welche Bereiche der Stadt bereits heute unter klimatischen Belastungen leiden und wo Berlin Potenziale für Anpassung besitzt.
Das AFOK nimmt das zukünftige Berliner Klima in den Blick, und es wählt eine sektorale Perspektive, keine räumliche. Es greift damit die Zielstellung des am 5. April 2016 in Kraft getretenen Berliner Energiewendegesetzes (EWG Bln) auf, das die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme und den Erhalt der Funktionsfähigkeit städtischer Infrastrukturen sowie den Erhalt der urbanen Lebensqualität als Verpflichtung des Senats formuliert.
Im Verbund mit dem Stadtentwicklungsplan (StEP) Klima/ StEP Klima KONKRET und der Planungshinweiskarte bildet das AFOK den Rahmen für eine Gesamtstrategie zur Anpassung Berlins an die Folgen des Klimawandels. Es beschreibt auf der Basis aktueller aktueller globaler und regionaler Klimaszenarien die Klimaveränderungen, die auf Berlin in der nahen (d.h. bis 2050) und der fernen Zukunft (d.h. bis 2100) zukommen werden und identifiziert vor diesem Hintergrund die Vulnerabilitäten (Verwundbarkeiten) für verschiedene gesellschaftliche Bereiche.“ (aus: AFOK Endbericht, Unser Klima Wandelt sich, S.1)
Weitere Infos bei: https://www.berlin.de/afok
Die Agenda soll helfen, allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie soll Frieden fördern und sie soll dazu beitragen, dass alle Menschen in Freiheit und einer intakten Umwelt leben können. 2015 haben die Vereinten Nationen (UN) die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Sie hat die Form eines Weltzukunftsvertrags und enthält 17 Entwicklungsziele („Sustainable Development Goals“, SDGs).
Die Agenda 2030 ist das erste internationale Abkommen, in dem das Prinzip der Nachhaltigkeit mit der Armutsbekämpfung und der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung verknüpft wird.
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung richten sich an Alle: Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Bemühungen sollen weltweit Armut, Hunger und Ungleichheiten beseitigen, und dabei fünf Prinzipien verfolgen: Die Würde des Menschen im Mittelpunkt, den Planeten schützen, Wohlstand für alle fördern, Frieden fördern, globale Partnerschaften aufbauen.
Der Berliner Senat verfolgt die Entwicklung einer Berliner Nachhaltigkeitsstrategie für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft als Querschnittsaufgabe aller Politikbereiche. Dabei werden ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zusammengedacht. Dafür wurde 2030 das bisherige Engagement zur Umsetzung der Agenda 2030 auf Bezirksebene im Rahmen des Projekts Global Nachhaltige Bezirke analysiert und Erfolge sowie Potentiale dokumentiert.
In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es bereits seit 2017 die Stabstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (SBNE), die mit der Konzeption nachhaltiger Strategien, Bildungsprojekten und Veranstaltungen die kommunale Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele verfolgt.
Weitere Infos z.B. hier: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung | BMZ
BAFOK steht für Bezirkliches Klimaanpassungskonzept. Hiermit werden konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen und Handlungsrichtlinien systematisch für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf anhand der lokalen Bedingungen entwickelt.
Die Zukunftsaufgaben in der Stadt im Klimawandel werden sein, trotz Klimawandel die Lebensqualität in der Stadt, die Gesundheit der Bewohner*innen zu sichern und die Schäden durch Extremereignisse zu begrenzen. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind zwei übergeordnete Leitthemen dabei von besonderer Relevanz: die wassersensible Stadtentwicklung, und die hitzeangepasste Stadtentwicklung. Ein weiteres Leitthema ist die Minderung der CO2- Emissionen durch eine nachhaltige Stadtentwicklung, die damit auch zum Klimaschutz beiträgt. (BAFOK, S. 38).
Im Gegensatz zum Berliner Klimaanpassungskonzept AFOK werden Ziele und Maßnahmen im BAFOK nicht sektoral, sondern systemisch miteinander vernetzt gedacht. Ziele sollen auf der bezirklichen Ebene nicht allein, sondern quartiersbezogen verortet zusammenwirken. (BAFOK, S. 39).
„Mit dem AFOK Berlin wurde auf der gesamtstädtischen Planungsebene ein Konzept zur Anpas sung an die Folgen des Klimawandels für Berlin vorgelegt. Das Konzept bleibt allerdings noch allgemein und ist nicht auf die bezirklichen Handlungsfelder und Handlungser fordernisse zugeschnitten. Da Klimaanpassung vor allem räumlich wirksam wird, indem die Oberfläche der Stadt hitzeangepasst und wassersensibel gestaltet wird, bedarf es einer Lokalisierung und Verortung von Schwerpunkträu men für Maßnahmen und Projekte der Klimaanpassung. Das bezirkliche Programm für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels (BAFOK) soll diese Lücke schließen und das gesamtstädtische Konzept für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf konkretisieren.“ (BAFOK, S.4).
Das BAFOK untersucht die konkreten Bedingungen im Bezirk, z.B. im Hinblick auf die baulichen Verhältnisse (Versiegelung und bauliche Dichte), Hitzebelastungen zu den unterschiedlichen Tageszeiten, Demografie (besonders empfindliche und damit u.a. von Hitzestress bedrohte Bevölkerungsgruppen) oder Versorgung mit Grün- und Freiflächen. Auf dieser Grundlage werden Schwerpunkträume mit besonderem Handlungsbedarf definiert und konkrete Maßnahmen und Strategien aufgestellt. Für den Kiez südliche Mierendorff-INSEL wurde bereits ein erstes lokales Klimaanpassungskonzept entwickelt.
Weitere Informationen und alle Dokumente zum Download: berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/BAFOK
BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.
BNE befähigt Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln. Dabei stehen verschiedene Fragen im Vordergrund. Etwa: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in meiner Kommune oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? Oder was können wir gegen Armut tun?
Baumscheibe nennt man den offenen Erdbereich um den Stamm eines Straßenbaumes herum.
Oft ist der Boden hier stark verdichtet: zum Beispiel weil Sperrmüll, Autos oder Fahrräder darauf geparkt werden. Dadurch kommen die Wurzeln der Bäume häufig schlechter an Regenwasser, Nährstoffe und Sauerstoff. Wir können unsere Straßenbäume schützen, indem wir sorgsam mit ihnen und der Erde, aus der sie sich versorgen, umgehen.
Biologische Vielfalt oder auch Biodiversität steht als Sammelbegriff für die Vielfalt der Lebensräume, die Artenvielfalt und die Vielfalt der genetischen Besonderheiten innerhalb einer Art.
Tiere, Pflanzen, Pilze oder Mikroorganismen sorgen für sauberes Wasser, frische Luft, ein angenehmes Klima und fruchtbaren Boden für gesunde Nahrungsmittel für uns alle. Die Biologische Vielfalt ist damit eine unserer wichtigsten Überlebensgrundlagen.
Die (Aus-) Nutzung der Natur durch Menschen z.B. durch industrielle Landwirtschaft, Baumaßnahmen, Abholzung und Überfischung, sowie steigende Temperaturen und extremes Wetter durch den Klimawandel zerstört immer mehr Lebensräume. Dadurch ist die Biologische Vielfalt bedroht, und Wissenschaftler:innen sind sich einig, dass wir bereits mitten im sechsten großen Massenaussterben der Erdgeschichte befinden.
Wir können die Biologische Vielfalt schützen und fördern, indem wir Flächen schaffen auf denen sich die Natur wieder frei entfalten kann: in großen Naturschutzgebieten, aber auch im eigenen Hinterhof oder Vorgarten. So können wir z.B. Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten schaffen. Wir können Ressourcen schonen, indem wir Wasser sparen: Regenwasser lokal sammeln und nutzen, Schadstoffe aus Putz- und Waschmitteln u.ä. vermeiden und Regeln für Industrie und Landwirtschaft gesetzlich festschreiben. Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft sind besser für die genetische Vielfalt als konventionell / industriell erzeugte, und wer auf Fleischkonsum verzichtet, trägt noch weiter zum Ressourcenschutz bei.
Weitere Infos beim NABU: https://www.nabu.de/naturschutz
Ein Biotop ist ein Lebensraum, in dem bestimmte Tiere und Pflanzen leben. Dabei spielen Bedingungen wie der Boden oder die Temperatur eine Rolle, denn sie bestimmen, welche Lebewesen dort vorkommen können.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Cradle-to-Cradle (C2C) beschreibt den Ansatz, Produkte so zu konzipieren, dass sie von Anfang an in einem endlosen Kreislauf zirkulieren können. Statt „Cradle-to-Grave“ (vom Ursprung bis zur Entsorgung), wo Produkte nach ihrer Nutzung einfach weggeworfen werden, strebt C2C an, dass alle Materialien wiederverwendet oder biologisch abgebaut werden können. Es geht darum, Ressourcenverschwendung zu minimieren und die Natur nicht zu belasten.
Degrowth oder Postwachstum beschreibt eine Wirtschafts- und Lebensweise, die das Wohl aller Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Natur schützt. Dafür braucht es große Veränderungen in unserem Alltag und in unserer Kultur, weil das heutige „immer mehr, immer schneller“ zu Stress, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung führt.
Eine Postwachstumsgesellschaft baut auf Achtsamkeit, Solidarität und Zusammenarbeit und versteht die Menschen als Teil der Natur. Praktisch geht es um ein gutes Leben für alle – mit mehr Zeit, weniger Hast und mehr Miteinander. Dazu gehört auch, dass im globalen Norden weniger produziert und konsumiert wird, damit Länder im globalen Süden ihre eigenen Wege gehen können. Politische Entscheidungen sollen demokratischer werden. Außerdem setzt Degrowth auf regionale, aber gut vernetzte Wirtschaftsformen. Rassistische, sexistische oder allgemein ausgrenzende Formen der Wachstumskritik werden klar abgelehnt.
Quelle: degrowth.info
Downcycling ist eine Art von Recycling, bei dem das ursprüngliche Material nicht in seiner ursprünglichen Form oder Qualität wiederverwendet wird, sondern in ein qualitativ schlechteres Endprodukt. Ein Beispiel für Downcycling ist die Umwandlung von Altpapier in Pappe.
Downcycling kann helfen, die Umweltbelastung durch Abfall zu reduzieren, jedoch führt es nicht zur vollständigen Nutzung der Ressourcen und kann den Ressourcenverbrauch im Vergleich zur Wiederverwendung von Materialien erhöhen, da die Umwandlung mit hohen Energiekosten zusammenhängt.
Die Energie ist der kontinuierliche Umstieg eines Landes von atomaren und fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas auf erneuerbare Energien wie Solar-, Wasser- oder Windkraft.
Die Entsiegelung von Flächen beschreibt die Entfernung von Bodenbelägen wie bspw. Asphalt oder Beton und zielt darauf ab, natürliche Bodenfunktionen wiederherzustellen.
Wo der Boden unversiegelt ist, können Pflanzen wachsen, die in den heißen Sommermonaten die Luft kühlen und Schatten spenden. Auch für den Naturschutz und die Artenvielfalt sind Grünflächen wichtig. Wo der Boden unversiegelt ist, entsteht Lebensraum für Pflanzen und eine Vielzahl an Tieren. Die Entsiegelung von bspw. Parkplätzen oder öffentlichen Plätzen schafft neue Freiräume, an denen man sich gerne aufhält.
Unversiegelte Böden können als Grünflächen einen wichtigen Schutz gegen Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitze darstellen. Sie nehmen Regenwasser auf, füllen das Grundwasser wieder auf und vermindern das Risiko für Überschwemmungen. Unversiegelte Grünflächen übernehmen eine natürliche Filterfunktion, sodass verunreinigtes Regenwasser von den Straßen nicht direkt in die umliegenden Gewässer fließt. Für unversiegelte Flächen müssen Grundstücksbesitzer keine Niederschlagswassergebühr zahlen. Außerdem steigern Grünflächen die Attraktivität und damit auch den Wohnwert einer Immobilie.
Quelle: BUND Hamburg Flyer Entsiegeln
Erneuerbare Energien werden auch regenerative Energien oder alternative Energien genannt. Darunter fallen Energieträger, die durch ihre Nutzung nicht aufgebraucht werden oder sich so schnell erneuern, dass sie […] langfristig nutzbar sind. Zu den einheimischen erneuerbaren Energieträgern zählen Sonnenstrahlung, Wasserkraft, Windkraft, Umgebungswärme und Biomasse.
Der Begriff ›essbare Stadt‹ bezeichnet ein Städtekonzept, bei dem auf öffentlichen, gut zugänglichen Flächen Obst, Gemüse und andere Nutzpflanzen angebaut werden, die dann für alle Menschen frei zur Verfügung stehen. Zwar ist urbane Nahrungsmittelproduktion keine Neuerfindung [..] – innovativ ist aber, dies eben nicht aus einer Notsituation heraus zu tun. Ebenso neu ist der Gedanke, die Lebensmittel für alle Menschen frei zur Verfügung zu stellen und somit neue Gemeingüter zu schaffen.
In essbaren Städten wird Lebensmittelproduktion für Städter erfahrbar gemacht, und über das für alle zugängliche Thema ›Essen‹ werden alle Bevölkerungsgruppen eingebunden und zu Konversationen angeregt. Zur traditionellen ästhetischen Funktion städtischer Grünflächen kommt somit eine umweltpädagogische Funktion, eine soziale Funktion und ggf. eine erhöhte ökologische Funktion durch die Wahrung und Förderung von Biodiversität.
Quelle: Plattform Ernährungswandel
Beim Foodsharing werden ungewollte und überproduzierte Lebensmittel, die andernfalls entsorgt werden würden, […] an Menschen verteilt, die diese konsumieren. Lebensmittel können dabei sowohl aus Privathaushalten als auch von kleinen oder mittleren Betrieben stammen und entweder direkt abgeholt als auch über Verteiler oder Online Communities weitergegeben werden.
Ein eng verwandtes Konzept sind Kommerzielle Essensrettungs-Apps.
Ziel der Bewegung ist es, den Lebensmittelabfall zu reduzieren und die Wertschätzung für Lebensmittel zu stärken. Oft gehören dazu neben dem (Ver-)Teilen von Lebensmitteln auch bildungspolitische Aktivitäten. So macht die Initiative Foodsharing bspw. auch auf Veranstaltungen, durch Aktionen und Medienarbeit auf Lebensmittelverschwendung und die Problematik unnötiger Verpackungen aufmerksam.
Quelle: Plattform Ernährungswandel
Fossile Brennstoffe sind Energiequellen, die sich über Millionen von Jahren aus den Überresten von Pflanzen und Tieren gebildet haben. Dazu gehören Kohle, Erdöl und Erdgas. Menschen verbrennen diese Rohstoffe, um Energie zu erzeugen – zum Beispiel für Strom, Heizung oder in Fahrzeugen. Das heizt die Klimakrise an. Für den Klimaschutz brauchen wir deshalb eine Energiewende, eine Wärmewende und eine andere Mobilität, um mehr auf erneuerbare Energien zu setzen.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Greenwashing bezieht sich auf Werbung, die zum Ziel hat, Produkte oder Dienstleistungen als umweltfreundlicher und/oder nachhaltiger darzustellen, als sie tatsächlich sind. Es handelt sich dabei um irreführende Werbung, die darauf abzielt, das Umweltbewusstsein der Verbraucher*innen auszunutzen, indem sie das gesamte Image eines Unternehmens oder Produktes umweltfreundlicher erscheinen lässt, als es wirklich ist.
Grüne Lernorte haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem Menschen heimische Pflanzen, Tiere und die vielen anderen Themen der NUK+N-Bildung gezielt näher zu bringen.
Neben den vielfältigen Stadtnatur-Orten und Lehrpfaden, die uns einladen eigenständig unsere Natur zu erleben und mehr darüber zu erfahren, gibt es in Charlottenburg-Wilmersdorf auch Grüne Lernorte im Sinne des Bildungsleitbildes für ein grünes und nachhaltiges Berlin. In Umweltbildungszentren (z.B. das Ökowerk e.V. und die Gartenarbeitsschule Ilse-Demme), Nachbarschaftszentren (wie die Ulme35 oder das Haus der Nachbarschafft), und Initiativen (wie das Parkwächterhaus am Lietzensee, in der Fritschestraße oder die KlimaInsel Wilmersdorf) finden wir Menschen die uns an die Hand nehmen, ihr Fachwissen teilen und uns die versteckten Details der Natur in unserer Nachbarschaft verraten.
Grüne Lernorte sie sind damit ideale Orte, um eigenes Wissen zu vertiefen und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Mit Hilfe der zahlreichen Umweltbildungs-Akteur:innen im Bezirk (wie z.B. NEMO oder die Stadtnatur-Ranger:innen) wird auch der eigene Schulhof oder der Park nebenan zu einem Grünen Lernort!
Klimaanpassung bedeutet konkret: Wir reagieren auf [die] spürbaren und kommenden Auswirkungen des Klimawandels und treffen Vorsorge. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und unser Umfeld so zu gestalten, dass es auch künftig lebenswert bleibt. Wichtige Maßnahmen der Klimaanpassung sind zum Beispiel:
- Begrünung von Gebäuden und Innenhöfen
- mehr Schatten und Trinkbrunnen im öffentlichen Raum schaffen
- bessere Vorsorge gegen Starkregen, etwa durch Entsiegelung und Grünflächen
- Informationskampagnen und Bewusstseinsbildung
Im Fokus steht der Schutz des Menschen. Somit hat Klimaanpassung auch etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, denn nicht alle sind gleichermaßen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Menschen in schwierigen Lebenslagen, ohne festen Wohnsitz oder mit körperlichen Beeinträchtigungen sind zum Beispiel besonders verletzlich, da sie weniger Möglichkeiten haben, sich vor Hitze oder anderen Wetterextremen zu schützen. Klimaanpassung heißt also auch: Niemanden zurücklassen.
Quelle: Berliner Stadtmission
Das Konzept der Klimagerechtigkeit setzt den menschengemachten Klimawandel in Verbindung zu Themen wie Gleichheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.
Am stärksten leiden jene Länder und Bevölkerungsgruppen unter den Folgen der Klimaerwärmung , die bisher am wenigsten dazu beigetragen haben. Besonders betroffen sind wirtschaftlich benachteiligte Länder. Dazu zählen viele Staaten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien, oft als Länder des Globalen Südens bezeichnet. Zusätzlich trifft es benachteiligte Gruppen, wie etwa indigene Gemeinschaften, Kleinbäuerinnen und -bauern, Frauen, Kinder sowie alte und kranke Menschen.
Das Konzept der Klimagerechtigkeit strebt an, Lasten und Chancen des Klimawandels sowohl weltweit (räumliche Dimension) als auch zwischen den Generationen (zeitliche Dimension) gerecht zu verteilen. Dazu müssen die Hauptverursacher des Klimawandels – Industriestaaten sowie mittlerweile auch einige sogenannte Schwellen- und Entwicklungsländer – nicht nur ihren Ausstoß von Treibhausgasen drastisch verringern. Sie stehen auch in der Verantwortung, die vulnerabelsten [= verwundbarsten/verletzlichsten] Bevölkerungsgruppen dabei zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, klimabedingte Schäden und Verluste zu bewältigen und den Wandel zu einer klimaneutralen, zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensweise zu vollziehen.
Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die Auswirkungen des vom Menschen gemachten Klimawandels auf die Umwelt und die Menschen. Ein Ausdruck der Klimakrise sind zum Beispiel Extremwetter-Ereignisse wie Stürme, Dürren oder Hochwasser.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster. Diese Veränderungen können natürlichen Ursprungs sein und beispielsweise durch Schwankungen in der Sonnenaktivität entstehen. Doch seit dem 19. Jahrhundert ist der Klimawandel hauptsächlich auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen, allen voran die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas.
Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Treibhausgasemissionen, die sich wie ein Mantel um die Erde legen und so die Sonnenwärme zurückhalten und die Temperaturen ansteigen lassen. Treibhausgase, deren Emission den Klimawandel mitverursacht, sind beispielsweise Kohlendioxid und Methan. Sie entstehen unter anderem, wenn Benzin als Treibstoff verwendet wird oder Gebäude mit Kohle beheizt werden.
Quelle: UNRIC – Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen
Die Kreislaufwirtschaft ist ein Modell der Produktion und des Verbrauchs, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Auf diese Weise wird der Lebenszyklus der Produkte verlängert. In der Praxis bedeutet dies, dass Abfälle auf ein Minimum reduziert werden. Nachdem ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, verbleiben die Ressourcen und Materialien so weit wie möglich in der Wirtschaft. Sie werden also immer wieder produktiv weiterverwendet, um weiterhin Wertschöpfung zu generieren.
Die “lebensweltlich orientierten Räume” (LOR) bilden seit 2006 die “räumliche Grundlage für Planung, Prognose und Beobachtung demografischer und sozialer Entwicklungen in Berlin”.
Die Systematik der LOR besteht in Berlin seit 2021 aus
- Planungsräumen (PLR) als unterste Ebene, 542 Räume,
- Bezirksregionen (BZR) als mittlere Ebene, 143 Räume,
- Prognoseräumen (PGR) als obere Ebene, 58 Räume.
Die Koordinierungsstelle für Umweltbildung nimmt für Ihre Arbeit eine Priorisierung von Maßnahmen und Zuordnung thematischer Schwerpunkte für lebensweltlich orientierte Räume (LOR) vor. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist in 5 Prognoseräume, 11 Bezirksregionen und 53 Planungsräume unterteilt.
Eine in weiten Teilen überdurchschnittlich gute Sozialstruktur (Platz 3 von 12 der Berliner Bezirke im Gesundheits- und Sozialstrukturatlas 2022) und hohes zivilgesellschaftliches Engagement der Anwohnenden kennzeichnen den Bezirk. Vielfältige Initiativen und Vereine setzen sich u.a. für den Betrieb von Nachbarschaftshäusern, den Erhalt von Gartenkolonien oder eine ökologische und nachhaltige Stadtentwicklung ein. Gleichzeitig existieren zum Teil große Einkommensunterschiede. So weisen 22% der Planungsräume des Bezirks einen negativen Gesundheits- und Sozial-Index auf, insbesondere im nordöstlichen Teil des Bezirks wie bspw. Schlossgarten, Jungfernheide und die Paul-Hertz-Siedlung. Oft sind gerade einkommensschwache Nachbarschaften auch nach der Berliner Umweltgerechtigkeitskarte mehrfach belastet, beispielsweise durch Lärm oder Luftschadstoffe oder eine unzureichende Grünflächenverfügbarkeit in Kiezen mit dichter Blockbebauung und hohem Versiegelungsgrad – im Gegensatz zu den aufgelockerten Wohngebieten in Westend oder Grunewald.
Weitere Infos und die Bezirksregionenprofile: Stadtteile in Zahlen – Charlottenburg-Wilmersdorf – Berlin.de
Abfall so trennen, dass wiederverwertbare Stoffe, sogenannte Wertstoffe wie etwa Glas, Plastik oder Papier, getrennt gesammelt und so einfacher wiederverwertet werden können.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Ein Ökosystem ist das fein abgestimmte Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren, Mikroorganismen und ihrer unbelebten Umwelt. Jeder Bestandteil erfüllt eine wichtige Funktion im natürlichen Gleichgewicht – wird dieses gestört, wirkt sich das auf das gesamte System aus. Intakte Ökosysteme sind unverzichtbar für unser Leben: Sie reinigen Luft und Wasser, sichern fruchtbare Böden und regulieren das Klima.
Bezeichnung für Funktionen oder Prozesse in Ökosystemen, die auch einen Nutzen für den Menschen haben. So bestäuben Insekten Blüten, die als Früchte zu Nahrung für den Menschen werden. Gleichzeitig produzieren Bienen Honig, den der Mensch nutzt. Die natürliche Filtration des Waldbodens ist die Grundlage für unser Trinkwasser. […] Auch die stoffliche Zusammensetzung der Atmosphäre mit einem konstanten Anteil an Sauerstoff ist zu nennen oder das Angebot abwechslungsreicher Landschaften für die Erholung der Bevölkerung und der Erhalt der Biodiversität.
Es gibt 18 Ökosystemleistungen, die in drei Kategorien eingeteilt werden: regulierend, materiell und nicht materiell. Regulierend sind zum Beispiel die Bestäubung, die Luftqualität und die Menge und Qualität des Süßwassers. Zu materiellen Leistungen zählen Medizin, Nahrungsmittel, Energie und andere Rohstoffe wie Holz. Unter den nicht-materiellen Leistungen finden sich Bildung und Wohlergehen des Körpers und der Psyche sowie die Verfügbarkeit von vielseitigen Optionen für die Zukunft.
Quelle: Lexikon des Agrarraums
In Reparatur-Cafés treffen ehrenamtliche Technikfreaks auf Menschen mit defekten Gegenständen, wie Toaster, Fahrräder oder Handys. Nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe werden Lieblingsstücke oder wichtige Geräte gemeinschaftlich wiederbelebt. Bei Kaffee und Kuchen werden zudem wertvolle Reparaturtipps ausgetauscht. Die Beteiligten lernen, einfache Reparaturen selbst durchzuführen und welche Werkzeuge sie dafür benötigen.
Sie können erfahren, worauf es beim Kauf von Geräten ankommt, z.B. dass man sie „aufschrauben“ und Teile ersetzen kann. Beim Werkeln oder im Café kann z.B. Wissen über seltene Rohstoffe, ihre Gewinnung getauscht werden. Auch Produktionsbedingungen rund um den Globus und die Entsorgung der Geräte können angesprochen werden. Die geplante Obsoleszenz, der Einbau von „Sollbruchstellen“ in Geräte, die den Kauf von neuen Geräten fördern, kann Thema im Reparatur-Café sein. Viele Informationen zur Initiierung und Durchführung von Reparatur-Initiativen gibt es unter www.reparatur-initiativen.de .
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V.: Glossar der Wandelinitiativen
Recycling bezeichnet den Prozess, bei dem Abfallmaterialien gesammelt, sortiert, verarbeitet und zu neuen Produkten umgewandelt werden. Es hilft dabei, unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren, Energie zu sparen und die Umweltbelastung zu verringern. Indem wir recyceln, geben wir Produkten ein zweites Leben und tragen zur Schonung unserer wertvollen, natürlichen und begrenzten Ressourcen bei. (Quelle: Nachhaltigkeitsglossar: EU-Ecolabel)
[…] Man kann Recyling in Upcycling und Downcycling unterteilen, je nach Qualität des resultierenden Produkts im Vergleich zum Ursprungsprodukt. (Quelle: Das nachhaltige Lexikon | SHI-Datenbank) […] Allerdings recyclen die Länder einen großen Teil des Mülls, insbesondere Kunststoff, oft gar nicht. Vieles exportieren sie ins Ausland, wo es auf riesigen Müllhalden die Gesundheit von Menschen und der Umwelt schädigt. (Quelle: Greenpeace Klima-Glossar)Ressourcen sind Dinge, die Menschen benutzen, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Das können natürliche Dinge wie Wasser, Boden, Pflanzen und Tiere sein, aber auch menschengemachte Dinge wie Maschinen oder Werkzeuge.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Das Schwammstadt-Prinzip (englisch auch: Sponge-City) ist ein Konzept für die wassersensible Stadtentwicklung. Die Stadt wird so gestaltet, dass sie Regenwasser auffangen, versickern und wie ein Schwamm im Boden speichern kann. Das Risiko für Schäden durch Starkregen wird dadurch gemildert, und die Kanalisation entlastet. Bei Hitze wird durch Verdunstung des Wassers über den Boden und Pflanzen die Umgebung gekühlt. Das Regenwasser kann auch zur Versorgung der Straßenbäume, Parks oder begrünter Hinterhöfe verwendet werden, anstatt in der Kanalisation mit Abwasser vermischt und verschmutzt zu werden. So werden kostbare Ressourcen geschützt.
Maßnahmen für diese Form der Klimaanpassung sind meist eine Kombination aus Entsiegelung von Flächen, direkte Möglichkeiten zur Versickerung in Mulden oder Tiefbeeten, dezentrale Wasserspeicher und Grünflächen zur Verdunstung wie Dach- und Fassadenbegrünung, und Schattenspendende Stadtbäume und Pergolen. Schließlich lässt sich so auch die Aufenthaltsqualität öffentlicher Flächen und damit das Wohlbefinden aller Stadtbewohner:innen steigern.
Im Berliner Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels (AFOK) ist das Schwammstadt-Prinzip eines der zentralen Lösungsstrategien für das Handlungsfeld ‚Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft‘. Konkrete Maßnahmen nach diesem Leitbild werden im Bezirklichen Anpassungskonzept für Charlottenburg-Wilmersdorf formuliert, da sich Maßnahmen zur hitzeangepassten und wassersensiblen Stadt in vielen Fällen ergänzen (BAFOK, S.7).
Infos beim Umweltbundesamt zur Schwammstadt: https://www.umweltbundesamt.de/schwammstadt
SDG ist die Abkürzung für Sustainable Development Goals, auf deutsch auch ‚Nachhaltigkeitsziele‘ der Agenda 2030.
Mit der Agenda 2030 haben die Vereinten Nationen (UN) 17 Ziele für die Nachhaltige Entwicklung formuliert:
- Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
- Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
- Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
- Ziel 4: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
- Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
- Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
- Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.
- Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Fördern.
- Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
- Ziel 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
- Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandfähig und nachhaltig gestalten.
- Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
- Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
- Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
- Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der Biodiversität ein Ende setzen.
- Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
- Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben füllen.
Diese 17 Ziele werden regelmäßig zu verschiedenen Transformations- bzw. Handlungsfeldern zusammengefasst, um miteinander verbundene Ziele und Themen gemeinsam zu betrachten.
So werden z.B. im Projekt ‚Global Nachhaltige Bezirke Berlin‘ 2023 diese fünf Transformationsfelder definiert und mit den Nachfolgenden Zielen verknüpft: Nachhaltige Verwaltung (6, 10, 11, 12, 16, 17),Ressourcenschutz und Klima (2, 6, 7, 9, 11, 13, 14, 15), Zukunftsfähige Gesellschaft und zukunftsfähiges Leben (1, 2, 3, 4, 5, 10, 11), Gute Arbeit, Nachhaltiges Wirtschaften und Wohnen (5, 8, 9, 10, 11, 12, 13) und Globale Verantwortung und Eine Welt (4, 11, 12, 16, 17).
Stadtnatur ist vielfältig und umfasst sowohl Parks und (Vor-)Gärten, Brachflächen und begrünte Dächer und Fassaden, als auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Ebenso vielfältig sind die Funktionen: Grüne Freiräume sind Orte der Begegnung, des sozialen Zusammenhalts und der kulturellen Identität. Sie dienen dem Naturerleben, der Umweltbildung, der Erholung und der Bewegung und leisten so einen positiven Beitrag für Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung.
Als urbane grüne Infrastruktur besteht Stadtnatur aus natürlichen, naturnahen und auch gestalteten Freiräumen und bildet ein Netzwerk, das die sogenannten „Ökosystemleistungen“ der Stadt sicherstellt und die biologische Vielfalt unterstützt. Als Teil dieser Leistungen binden städtische Naturräume beispielsweise Schadstoffe oder regulieren den Wasserhaushalt. Deshalb spielt Stadtnatur eine immer wichtiger werdende Rolle in der Anpassung an den Klimawandel: Sie spendet etwa Schatten im Sommer, erzeugt Frischluft und hilft bei Starkregenereignissen.
Quelle: BUND
Stadtbäume sind wahre „Alleskönner“: Sie speichern klimaschädliches CO₂, produzieren Sauerstoff, kühlen und reinigen die Luft, spenden Schatten, dämpfen Lärm und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Schon der Anblick von Stadtgrün verbessert das Wohlbefinden der Menschen und senkt den Stresspegel.
Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Eine ausgewachsene Buche kann täglich den Sauerstoffbedarf von bis zu 50 Menschen decken. An heißen Sommertagen verdunsten Laubbäume bis zu 400 Liter Wasser und entziehen der Umgebung Wärme. Durch ihre große Blattoberfläche filtern sie Feinstaub, Grobstaub und giftige Stickoxide aus der Luft – in Straßen ohne Bäume kann die Schadstoffkonzentration dreimal höher liegen. Großkronige Laubbäume beschatten zudem Asphalt und Fassaden und verhindern deren Aufheizung: Ein Baum mit 15 Metern Kronendurchmesser kann rund 160 Quadratmeter Fläche kühlen und lässt die gefühlte Temperatur für Menschen um mehrere Grad sinken.
Quelle: BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Die städtische Wärmeinsel ist ein typisches Merkmal des Stadtklimas. Sie zeigt sich durch eine deutliche Temperaturdifferenz zwischen der wärmeren Stadt und dem kühleren Umland, die besonders in klaren, windschwachen Nächten ihren Höhepunkt erreicht. In großen Städten kann dieser Unterschied bis zu 10 Kelvin [=10 Grad Celsius] betragen. Wie warm es in der Stadt wird, hängt von vielen Faktoren ab – etwa von der dichten Bebauung, den Materialien der Gebäude, den Oberflächen, die Wärme speichern, sowie von zusätzlicher Wärme durch Verkehr, Industrie oder Heizungen.
Die Folgen dieser Wärmeinsel sind vielfältig. Im Sommer steigt für die Stadtbevölkerung das Risiko von Hitzestress deutlich an. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Problemen – zum Beispiel am Herz-Kreislauf-System – können sich oft nur schlecht an die starke Wärmebelastung anpassen. Während längerer Hitzephasen steigt durch den vermehrten Einsatz von Klimaanlagen und Kühlsystemen zudem der Energieverbrauch, was zu höheren Kosten führt.
Umweltbildung beschäftigt sich mit der Beziehung Mensch und Umwelt. Ziel ist es, den respektvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu lernen und dabei individuelle und gesellschaftliche sowie ökonomische und ökologische Interessen zu berücksichtigen. Eine wichtige Basis bilden Erlebnisse in und mit der Natur. Der Erwerb von Wissen und von Handlungsstrategien gehört genauso dazu, wie die Fähigkeit und Bereitschaft, den eigenen Lebensraum aktiv mitzugestalten.
Menschen entwickeln bewusst und unbewusst Kompetenzen, mit denen sie die Anforderungen des Lebens selbstbestimmt und als Teil einer Gemeinschaft meistern und dabei Mitverantwortung übernehmen für ihre soziale, kulturelle (durch den Menschen gestaltete) und natürliche Umwelt. Umweltbildung leistet damit einen Beitrag zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
Umweltgerechtigkeit bezieht sich auf den Grundsatz, dass alle Menschen das Recht auf eine gesunde Umwelt haben und nicht unverhältnismäßig stark von Umweltbelastungen betroffen sein sollten. Umweltbelastungen und Umweltressourcen sollten gerecht über die Bevölkerung verteilt sein, unabhängig von sozialer, wirtschaftlicher oder ethnischer Zugehörigkeit. Umweltgerechtigkeit fordert auch, dass Menschen am Entscheidungsprozess über Umweltfragen teilnehmen und Zugang zu Umweltinformationen und -ressourcen haben.
Der englische Begriff bezeichnet eine besondere Art des Recyclings. Anstatt wie beim Recycling die Materialen wiederzuverwerten, wird beim Upcycling darauf geachtet, dass Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Nebenprodukte zu neuen Produkten umgewandelt werden. Neben den Kostenersparnissen stehen beim Upcycling besonders der Ressourcenschutz im Vordergrund.
In Zeiten des globalen Schwunds an natürlichen Ressourcen ist es immer wichtiger, die vorhandenen Güter sowie ihre “Abfallprodukte” zu möglichst 100% zu nutzen. Von der Umweltbildung beim „Basteln mit Müll“ mit Kindern und Jugendlichen über Wandelinitiativen der Näh- und Reparatur-Cafés bis hin zur Nutzung von Stoff- und Verschnittresten in der Modeindustrie ist Upcycling vertreten.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V.: Glossar der Wandelinitiativen
Ob auf kleinen Plätzen, innerstädtischen Brachflächen, auf Randstreifen oder Dachterrassen, ob in Palettenbeeten, Safttüten oder Säcken – gepflanzt wird wie und wo es beliebt, wo Platz und Möglichkeit besteht, horizontal wie vertikal. Stadträume werden von den urbanen GärtnerInnen-Gemeinschaften als Treffpunkt, zur gemeinsamen Nahrungsmittelproduktion und zur liebevollen Gestaltung von Stadträumen genutzt.
Oft kommen Menschen verschiedener Kulturen und Generationen hier zusammen, um miteinander zu gärtnern, zu ernten, zu kochen und voneinander zu lernen. Einige GärtnerInnen-Gemeinschaften beteiligen sich darüber hinaus an Debatten wie demokratische Nutzungen des öffentlichen Raums […], über nachhaltige Stadtentwicklung, industrielle Nahrungsmittelproduktion oder Biodiversität und Saatgutvielfalt. Das eigene Tun, Handeln und darüber Reden kann bei Beteiligten und BesucherInnen der Gärten zu einem anderen gesellschaftspolitischen Denken führen und zum sozial-ökologischen Transformationsprozess in der Gesellschaft beitragen.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V.: Glossar der Wandelinitiativen
Die Verkehrswende soll zu einem grundlegenden Umbau des Verkehrssystems und einem Umstieg der Gesellschaft auf umweltfreundliche Mobilität führen. Vorbild ist die Energiewende, also der systematische Umbau des Energiesystems auf erneuerbare Energieträger.
Die Grundidee der Verkehrswende ist der Dreiklang aus vermeiden, verlagern, verbessern. Sowohl Personen- als auch Güterverkehr soll soweit wie möglich vermieden, der nicht vermeidbare Verkehr auf umweltschonendere Verkehrsmittel verlagert und zuletzt durch eine bessere Organisation und neue Technologien verbessert werden.
Das Bedecken von Teilen der Erdoberfläche mit undurchlässigen, menschengemachten Oberflächen. In Städten sind zum Beispiel sehr viele Flächen durch Gebäude, geteerte oder gepflasterte Wege und Plätze versiegelt. Auf versiegelten Flächen kann Wasser nicht ins Erdreich versickern und es können kaum Pflanzen wachsen.
Quelle: Greenpeace Klima-Glossar
Die Wärmewende ist von entscheidender Bedeutung, da sie auf eine umweltfreundlichere Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien setzt und so die CO2-Emissionen reduziert. Sie trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Klimawandel einzudämmen, während sie gleichzeitig eine nachhaltigere Energieversorgung fördert.
Quelle: Heinrich Böll Stiftung
Wasser zirkuliert auf der Erde in einem ständigen globalen Kreislauf. Dabei entstehen Niederschläge, die den Vorrat an Süßwasser auf dem Land immer wieder erneuern. Der Mensch greift heute stark in diesen natürlichen Kreislauf ein: Durch Wasserentnahme, Nutzung und Ableitung verändern sich unter anderem Verdunstung, Niederschläge, Grundwasserneubildung und Abflussverhalten. Auch der Klimawandel wirkt sich vom globalen bis zum regionalen Maßstab auf den gesamten Wasserhaushalt aus.
Zudem beeinflusst der Mensch den Wasserkreislauf durch Veränderungen an der Landschaft. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Industrieflächen, Bergbau, Versiegelung durch Siedlungen und Straßen sowie Eingriffe in Gewässer, verändern zeitlich und räumlich die Muster von Verdunstung, Niederschlag und Abfluss.
Weitere menschliche Einflüsse entstehen durch Schadstoffeinträge in Oberflächen- und Grundwasser, zum Beispiel durch unzureichend gereinigte Abwässer, Abfallentsorgung oder Überdüngung. Auch Emissionen aus Verkehr, Energieerzeugung, Industrie und Haushalten gelangen direkt ins Wasser oder in die Atmosphäre und können nach ihrer Ablagerung zu schädlichen Wirkungen führen.
Quelle: Lexikon des Agraraums
Der Zero Waste Lebensstil ist eine nach Nachhaltigkeit strebende Philosophie. Sie verfolgt das Ziel, ein Leben zu führen, bei dem möglichst wenig Abfall produziert und so wenig natürliche Ressourcen wie möglich vergeudet werden.




