Klimaanpassung
Klimaanpassung bedeutet Vorsorge: Maßnahmen die unsere Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels anpassen, um Risiken und Schäden für Mensch und Natur zu reduzieren. So hat Klimaanpassung auch etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, denn nicht alle sind gleichermaßen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Menschen in schwierigen Lebenslagen, ohne festen Wohnsitz oder mit körperlichen Beeinträchtigungen sind zum Beispiel besonders verletzlich, da sie weniger Möglichkeiten haben, sich vor Hitze oder anderen Wetterextremen zu schützen.
Warum?
Extremes Wetter wie im Sommer 2026: Sowohl die Anzahl als auch die Intensität von Hitzetagen und -nächten, Starkregen, Waldbränden, Überschwemmungen, Dürreperioden und Stürmen nehmen durch den Klimawandel zu.
Mehr zum Klimawandel mit spannenden Expert:innen-Interviews, Faktenchecks und weiteren Lern- und Lehrmaterialien findet ihr zum Beispiel hier auf >> Klima2know – die Zukunft unseres Klimas. Klima2know ist ein Online-Angebot des Deutschen Bildungsservers in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver, speziell für Kinder und junge Erwachsene. Das interaktive Video >> „Die wichtigsten Klimafaktoren“ bietet einen guten Einstieg in das Thema in der Bildungsarbeit.
Was?
Je nach geographischer Lage, Größe, Demographie usw. sind Städte unterschiedlich vom Klimawandel betroffen, deshalb müssen Maßnahmen zur Klimaanpassung ganz individuell geplant werden. Als Querschnittsaufgabe der Gesellschaft müssen deshalb verschiedene Bereiche gemeinsam an der Umsetzung arbeiten: Gesundheit, Stadtentwicklung, Umweltschutz und nicht zuletzt: Bildung.
Berlin hat ein eigenes >> Konzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (AFOK). Die wichtigsten Handlungsfelder: das Regenwassermanagement und der Hitzeschutz. Das Ziel: Berlin soll eine Schwammstadt werden!
Zur Umsetzung des >> Klimaanpassungsgesetzes hat Berlin im Jahr 2026 außerdem eine >> Klimarisikoanalyse erstellt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind räumlich visualisiert und in einer Hot-Spot-Karte zusammengefasst.
Auch einige Bezirke haben bereits lokale Anpassungskonzepte und Untersuchungen, welche Maßnahmen vor Ort am dringendsten sind. Hier in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es neben dem >> Bezirklichen Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels auch schon eine detaillierte Untersuchung eines Lupenraums, das Lokale Klimaanpassungskonzept für die südliche Mierendorffinsel.
Das Schwammstadtprinzip
Der Klimawandel führt zu wachsenden Herausforderungen für die innerstädtische Infrastruktur. Schäden durch die Zunahme von Hitze und Trockenheit sowie Starkregen können durch Maßnahmen der Stadtentwicklung nach dem Schwammstadt-Prinzip reduziert werden. Dieses Ziel hat Berlin schon 2016 im ‚Programm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels‘ (AFOK) verschriftlicht. Im ‚Bezirklichen Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels‘ (BAFOK) wurden entsprechende Maßnahmen zur Erreichung der gesetzten Ziele durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf für den Bezirk konkretisiert.
Regentonnen als Maßnahme der wassersensiblen Stadtentwicklung zur Stärkung des Schwammstadtprinzips tragen dazu bei, sauberes Regenwasser lokal zu speichern und den Bezirk von der Kanalisation zu entkoppeln. Damit wird einerseits die Gefahr von Überschwemmungen reduziert, und gleichzeitig wertvolles Trinkwasser gespart, da Regenwasser direkt zur Bewässerung von Grünflächen und Straßenbäumen verwendet werden kann, um das Straßengrün ressourcenschonend zu erhalten.
Maßnahmen für diese Form der Klimaanpassung sind meist eine Kombination aus Entsiegelung von Flächen, direkte Möglichkeiten zur Versickerung in Mulden oder Tiefbeeten, dezentrale Wasserspeicher und Grünflächen zur Verdunstung (wie Dach- und Fassadenbegrünung) sowie schattenspendende Stadtbäume und Pergolen. Schließlich lässt sich so auch die Aufenthaltsqualität öffentlicher Flächen und damit das Wohlbefinden aller Stadtbewohner:innen steigern.
Im Berliner Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels (AFOK) ist das Schwammstadt-Prinzip eines der zentralen Lösungsstrategien für das Handlungsfeld ‚Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft‘. Konkrete Maßnahmen nach diesem Leitbild werden im Bezirklichen Anpassungskonzept für Charlottenburg-Wilmersdorf formuliert, da sich Maßnahmen zur hitzeangepassten und wassersensiblen Stadt in vielen Fällen ergänzen (>> BAFOK, S.7).
weiterführende Links
Mehr zum Schwammstadt-Prinzip findet ihr z.B. hier:
- auf der Webseite der Berliner Regenwasseragentur >> Regenwasseragentur.berlin/Schwammstadt Berlin
- beim Umweltbundesamt: >> Schwammstadt – Zukunftskonzept für klimaresiliente und lebenswerte Städte
- für die eigene Bildungsarbeit könnt ihr auch unser Schwammstadtmodell nutzen.




