Gerechtigkeit
Alle Infos auf einen Blick:
Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit sind eng miteinander verknüpft – sowohl lokal als auch global betrachtet. Gerechtigkeit ist ein Querschnittsthema der Agenda 2030 und von vielen SDGs aufgegriffen. Neben dem Ziel 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) z.B. auch in SG 1, 4, 5 und 10: Das 1. Ziel „Keine Armut“ kämpft für globale Verteilungsgerechtigkeit. Das Ziel 4, „Hochwertige Bildung“ soll Chancengerechtigkeit für alle Menschen unabhängig von Herkunft oder Einkommen sicherstellen. Die Geschlechtergerechtigkeit wird in Ziel 5, „Gleichstellung der Geschlechter“ behandelt, und das Ziel „Weniger Ungleichheiten“ wird in SDG 10 definiert.
Auf dieser Seite findet ihr aktuell folgende Infos zu Klima- und Umweltgerechtigkeit:
- Einführung Dimensionen von Gerechtigkeit
- Strategie und Indikatoren des Berliner Senats zur Förderung von Umweltgerechtigkeit
- Die Globale Perspektive von Klimagerechtigkeit
- Die Dokumentation unserer Workshopreihe zu Klima- und Umweltgerechtigkeit 2025

Dimensionen von Gerechtigkeit
Das Konzept der Klimagerechtigkeit verbindet Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Klimawandel. Sowohl lokal als auch global betrachtet sind Menschen unterschiedlich stark betroffen von den Folgen des Klimawandels. Länder und Bevölkerungsgruppen sind aber auch unterschiedlich stark verantwortlich für den Klimawandel. Das heißt: Länder die historisch die meisten Treibhausgase ausgestoßen haben, tragen die größte Verantwortung für den Klimawandel. Gleichzeitig sind vor allem Menschen und Staaten besonders stark von den Folgen der Erderwärmung betroffen, die selbst wenig Verantwortung für den Klimawandel tragen – und historisch oft bereits unter dem Kolonialismus der westlichen Industriestaaten gelitten haben.
- Klimagerechtigkeit als Ziel und Konzept betrachtet vor allem drei Dimensionen: die globale Gerechtigkeit zwischen Staaten, die Generationengerechtigkeit, und die soziale Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaften. Mehr: Klimagerechtigkeit
- Umweltgerechtigkeit als Ziel verbindet Natur- und Klimaschutz mit Menschenrechten um Belastungen zu reduzieren und Zugang zu gesundheitsfördernden Umweltressourcen zu erhöhen. Mehr: Umweltgerechtigkeit in Berlin
Umweltgerechtigkeit
Menschen mit geringem Einkommen sind in Deutschland oft höheren Gesundheitsbelastungen durch Umweltprobleme wie Lärm oder Luftverschmutzung ausgesetzt als finanziell bessergestellte Menschen. Umweltgerechtigkeit betrachtet also die soziale Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft.
Umweltgerechtigkeit im Land Berlin
Das Land Berlin verfolgt die Förderung von Umweltgerechtigkeit auf Grundlage von 5 Indikatoren (Lärmbelastung, Klimatische Belastung, Grünflächenversorgung, Soziale Benachteiligung). Als Leitbild zielt Umweltgerechtigkeit für das Land Berlin auf die Vermeidung und den Abbau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewährleistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen.
Auf der >> Umweltgerechtigkeitskarte werden die verschiedenen Umweltbelastungen sozialraumbezogen dargestellt und dienen so als Grundlage zur Förderung von Maßnahmen insbesondere für mehrfachbelastete Kieze.
Das >> Unabhängige Institut für Umweltfragen – UfU e.V.hat Ende 2023 im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) einen >> Praxisleitfaden Umweltgerechtigkeit in Berliner Quartieren (download) herausgegeben. Der Leitfaden ist eine gute Basis für Akteur:innen zur Umweltgerechtigkeit, Umweltbildung und Quartiersmanagements bzw. Kiezbüros und Beteiligungsstrukturen.
Eine aktuelle Studie (2026) hat für viele deutsche Großstädte, darunter auch Berlin, den Zusammenhang zwischen Umweltbelastungen und Bevölkerungsstruktur untersucht. Die Ergebnisse wurden auf einer Karte visualisiert. Die Interaktive Webseite und der Volltext der Studie zum Download findet ihr hier über die Meldung des Wissenschaftszentrum Berlin Sozialforschung: >> https://idw-online.de/de/news873805
(c) Texte und Grafiken in diesem Abschnitt stammen von der >> Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (Referat Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik, Umweltförderung)

Lärm
Lärm gilt als eine der bedeutendsten Umweltbelastungen mit signifikanten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Wohn- und Umweltqualität.

Luftqualität
Die Luft wird durch gesundheitsbeeinträchtigende Schadstoffe aus Verkehr, Industrie, Kraftwerken und privaten Haushalten verunreinigt. Luftschadstoffe können u.a. zu Erkrankungen der Atemwege und des Herzkreislaufsystems führen.

Klima
Großstädte sind Wärmeinseln. Die thermische Belastung (Bioklima) ist die Summe aller Klimafaktoren, die auf den Menschen sowie andere Organismen einwirken und deren Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen. Insbesondere Hitze, Kälte, Luftfeuchtigkeit und Windverhältnisse.

Grünflächen
Grün- und Freiflächen haben eine wichtige Funktion für die innerstädtische Lebensqualität. Bewegung, Stressabbau und Erholung sind zentrale Motive für die Nutzung von Park- und Grünanlagen. Gleichzeitig haben diese Flächen wichtige kompensatorische Funktionen, vor allem mit Blick auf gesundheitsbelastende Umweltbedingungen.

Status
In Berlin gibt es eine hohe Konstanz der räumlichen Verteilung sozial benachteiligter Einwohnerinnen und Einwohner. Die soziale Problematik wird durch den Status-Index (Monitoring Soziale Stadtentwicklung) abgebildet. Das Monitoring liefert kleinräumige Aussagen zur Veränderung der sozialstrukturellen und sozialräumlichen Entwicklung in den Teilgebieten der Stadt und zeigt die höchsten Problemdichten.
Klimagerechtigkeit
Die globale Perspektive
Der Klimawandel betrifft alle Menschen. Aber seine Folgen sind nicht gleich verteilt. Warum sterben bei Naturkatastrophen häufig mehr Frauen* als Männer? Warum gibt es immer noch Hungersnöte? Wer leidet zuerst unter dem Anstieg des Meeresspiegels? >> Mehr: BPB – Klimagerechtigkeit (Jenny Kurwan, Text veröffentlicht unter CC BY-NC-ND 4.0)
Hitze, Starkregen, Überschwemmungen, Dürren oder der Verlust von Lebensgrundlagen treffen Menschen unterschiedlich stark. Entscheidend ist dabei nicht nur, welchen Gefahren jemand ausgesetzt ist, sondern auch, welche gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um mit ihnen umzugehen. Die wichtigsten Fragen im Hinblick auf Klimagerechtigkeit sind: „Wer ist betroffen?“, „Wer hat die Ressourcen, sich an den Klimawandel anzupassen?“, „Wer kann mitentscheiden?“ und: „Wer ist (historisch) verantwortlich?“
Die Erderhitzung verschärft bestehende Ungerechtigkeiten. Während einige Länder und Bevölkerungsgruppen, die am meisten zum Klimawandel beigetragen haben, sich besser vor seinen schlimmsten Auswirkungen schützen können, leiden andere überproportional darunter. Die Klimakrise erfordert daher Antworten auf die Frage, wie sich Gerechtigkeit – innerhalb von Gesellschaften sowie über Grenzen und Generationen hinweg – im Umgang mit dem Klimawandel erreichen lässt. Fest steht: Ohne Klimagerechtigkeit, die soziale Fairness mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet, gelingt keine wirkliche Transformation. Eine gerechtere Welt ist möglich, aber nur, wenn wir bereit sind, sie zu gestalten.
Wer ist betroffen?
Der Klimawandel betrifft alle Menschen. Aber seine Folgen sind nicht gleich verteilt. Hitze, Starkregen, Überschwemmungen, Dürre oder der Verlust von Lebensgrundlagen treffen Menschen unterschiedlich stark. Diese Verwundbarkeit (engl. auch: vulnerability) entsteht durch das Zusammenspiel, Überschneidung und gegenseitiges verstärken von verschiedenen Faktoren. Menschen lassen sich nicht eindeutig einer einzigen Kategorie zuordnen: Alter, Geschlecht, Einkommen, Behinderung, Rassismuserfahrungen, Migrationserfahrung und Wohnort können sich überschneiden. Eine ältere Person mit geringem Einkommen, die allein in einer stark aufgeheizten Wohnung lebt, kann beispielsweise ganz anderen Risiken ausgesetzt sein als eine Person gleichen Alters mit ausreichenden finanziellen Ressourcen und einem gut angepassten Wohnumfeld.
Dieses „Zusammenspiel“ von gesellschaftlichen Positionen und Ungleichheiten nennen wir Intersektionalität. Um (Klima-) Gerechtigkeit zu fördern, müssen wir also die gesellschaftlichen Bedingungen betrachten, durch die Menschen betroffen werden. Klimagerechtigkeit verbindet damit ökologische mit sozialen Fragen. Sie macht sichtbar, dass Klimaschutz und Klimaanpassung nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche und politische Aufgaben sind.
>> Mehr: Umweltbundesamt – Soziale Dimensionen im Klimawandel
Mehr zu den Dimensionen von Klima (un-) gerechtigkeit könnt ihr hier lesen:
Kinder und ältere Menschen gehören bei Klimafolgen, insbesondere bei extremer Hitze, zu den gefährdeten Gruppen. Kleine Kinder können ihre Temperatur noch nicht gut regulieren, und sich noch nicht selbstständig an veränderte Bedingungen anpassen. Ältere Menschen können gesundheitliche Einschränkungen haben und deshalb stärker unter der Hitze leiden. Junge Menschen sind eine wichtige Perspektive der Klimagerechtigkeit, weil sie die langfristigen Folgen heutiger Entscheidungen tragen müssen.
Weiterführende Links:
>> ufu.org: Studie „Klimaanpassung und Kinderrechte“
Menschen mit geringem Einkommen verfügen meistens über schlechtere Möglichkeiten, sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen, bzw. sich an diese anzupassen. Sie leben in kleineren Wohnungen, haben weniger Zugang zu kühlen Räumen oder Parks und Grünflächen, ihnen fehlen finanzielle Rücklagen und die Möglichkeit, auf Einkommensverluste zu reagieren. Klimawandel kann dadurch bestehende soziale Ungleichheiten weiter verstärken.
Weiterführende Links:
>> Berlin.de: Umweltgerechtigkeitsatlas
>> Umweltbundesamt: Eckpunkte für eine sozial gerechte Umwelt- und Klimapolitik
Geschlechterrollen, Einkommensunterschiede, ungleich verteilte Sorgearbeit, Zugang zu Land, Bildung, Technologie und politischer Beteiligung beeinflussen, wie stark Menschen von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und welche Ressourcen ihnen zur Anpassung zur Verfügung stehen. Genau wie die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen sind auch die Lebensrealitäten von Frauen, trans, inter und nicht-binären Menschen sind als besonders betroffene Gruppen in der Klimaforschung oft zu wenig betrachtet.
Weiterführende Links:
>> Vierter Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“
>> dgvn.de: Klimagerechtigkeit und Geschlecht
>> UN Women Deutschland: Klima und Gender
>> bpb.de: Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik
>> Umweltbundesamt: Studie „Interdependente Genderaspekte der Klimapolitik“
>> UN Women: report „how feminism can be a powerful tool to fight climate change“
Auch Rassismus und andere Formen gesellschaftlicher Ausgrenzung können die individuelle Betroffenheit gegenüber den Folgen des Klimawandels beeinflussen. Dabei macht nicht die (angenommene) ethnische Zugehörigkeit an sich Menschen verletzlicher, sondern die Zuschreibung durch Dritte. Die gesellschaftlichen Strukturen, Diskriminierung und ungleicher Zugang zu Wohnraum, Arbeit, Gesundheitsversorgung, politischen Entscheidungen und anderen Ressourcen.
Weiterführende Links:
>> Farn.de: Rassismus und Klimawandel
>> unipress: Umweltrassismus und Klima(un)gerechtigkeit
>> academia.edu: „Rassismus als Brennglas für Klimawandelfolgen“ barbara TJ für scientists4future
Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sind von den Folgen des Klimawandels überproportional betroffen. Sie sind von Hitze, Überschwemmungen oder Naturkatstrophen z.B. durch eingeschränkte Mobilität oder fehlenden Zugang zu Ressourcen oder spezieller medizinischer Versorgung zusätzlich belastet. Darüber hinaus sind Menschen mit Behinderung auch häufig schon von Armut betroffen, wodurch sich Nehrfachbelastungen ergeben. Klimagerechte Anpassungen an die Folgen des Klimawandels bedeutet deshalb auch, Barrieren abzubauen und Schutzmaßnahmen von Anfang an inklusiv zu gestalten.
Weiterführende Links:
>> Helmhotz-Klima.de: Warum der Klimawandel behinderte Menschen besonders trifft
>> bezev.de: Factsheets „Klimawandel und Menschen mit Behinderung
>> rki.de: Thema „Klimawandel und Gesundheit“
>> UN Human Rights Office: OHCHR and climate change
weitere Links zu Lehr- und Lernmaterial in Leichter und Einfacher Sprache zum Thema findet ihr auch auf unserer Webseite: Bildungsmaterial
Wo Menschen leben, beeinflusst ihre Klimarisiken erheblich. Unterschiedliche Länder sind aufgrund ihrer geographischen Lage ganz unterschiedlich von den Folgen des Klimawandels betroffen. Verschiedene Staaten können, abhängig von ihrer ökonomischen Lage, besser oder schlechter Vorsorge treffen. Städte können sich stark aufheizen, während küstennahe Gebiete von Überschwemmungen betroffen sind, und Menschen die von der Landwirtschaft abhängig sind, sind direkt von Dürren oder Starkregen betroffen. Auch die Gestaltung des direkten Wohnumfelds, der Zugang zu Grünflächen und Parks, Mobilität und weitere Infrastruktur spielen eine Rolle. So überschneiden sich klimatische und soziale Belastungen.
Weiterführende Links:
>> Siemens Stiftung: Dimensionen von Klimagerechtigkeit
>> Tagesschau.de: welche Region wie stark vom Klimawandel betroffen ist
>> Umweltbundesamt: Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel
Der Klima-Risiko-Index (CRI)
Wer ist vom Klimawandel betroffen? Diese Frage lässt sich auch mit dem jährlich erscheinenden Climate Risk Index untersuchen. Der Klima-Risiko-Index (CRI) wird seit 2006 veröffentlicht, und untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die verschiedenen Länder.
Die wichtigsten Erkenntnisse des CRI 2026
- Im Zeitraum von 1995 bis 2024 waren laut CRI-Rangliste die Länder Dominica, Myanmar und Honduras am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen.
- Die im Jahr 2024 am stärksten von Extremwetterereignissen betroffenen Länder waren St. Vincent und die Grenadinen, Grenada und der Tschad.
- Von 1995 bis 2024 starben weltweit bei über 9.700 Extremwetterereignissen mehr als 832.000 Menschen. Wirtschaftliche Schäden in Höhe von 4,5 Billionen US-Dollar (inflationsbereinigt)waren diedirekte Folge.
Quelle: >> germanwatch.org/de/cri
Für die Arbeit mit dem Ranking muss die Methodik beachtet werden. Der Index verwendet sechs Indikatoren, darunter Todesopfer und betroffene Menschen als auch wirtschaftliche Verluste des Brutto-Inland-Produktes (relativ und in absoluten Zahlen). Deshalb können einzelne Länder im Ranking sehr nah beieinander liegen, aus jeweils sehr unterschiedlichen Gründen.
Zum Beispiel: Canada und Deutschland liegen auf den Rängen 49 und 50. Pakistan und die Demokratische Republik Kongo liegen auf den Rängen 47 und 43. Dabei sind Deutschland und Canada vor allem bei den wirtschaftlichen Verlusten in absoluten Zahlen weit vorne im Ranking: Deutschland: Rang 7 / Canada: Rang 5, während Pakistan auf Rang 22 und DR Kongo auf Rang 53 stehen. Letztere liegen jedoch bei den Todesopfern sowohl relativ per 100k (Rang 17 bzw 22) als auch in absoluten Zahlen (Rang 5 und 11) ganz weit vorne – während Deutschland (relativ: Rang 76) und Canada (relativ: Rang 83) hier bei den direkten Folgen für die Menschen viel weniger betroffen sind.
2024: Die am stärksten betroffenen Länder im Jahr 2024. Diese Karte hebt die Länder hervor, die 2024 am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen waren, gemessen an den Folgen für die Menschen und den wirtschaftlichen Schäden.
Interaktive Karte:
Die Folgen des Klimawandels auf den Marshallinseln
Eindrucksvoll ist auch der Dokumentarfilm „One Word“, in dem Bewohner:innen und Expert:innen der Marshallinseln über die Folgen des Klimawandels sprechen. Ein >> Trailer und begleitende >> Arbeitsblätter sind bei >> Brot für die Welt | Bildungsmaterial herunterladbar. Der Film ist erhältlich unter >> ezef.de
Wer ist verantwortlich?
Für die Frage nach Klimagerechtigkeit reicht es nicht aus, zu analysieren wer wie stark von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Dazu gehört auch, zu fragen: „Wer trägt Verantwortung für den Klimawandel?“ Also: Wer hat in der Vergangenheit zum Klimawandel beigetragen oder trägt aktuell zur Erderwärmung bei? Wer hat die Ressourcen, die Möglichkeiten etwas zu verändern?
Genau wie die Verteilung der Folgen ist auch die Verantwortung global betrachtet sehr ungleich verteilt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten zu messen. Dabei werden häufig die CO2-Emissionen verwendet, also die Menge an Kohlenstoffdioxid, die Länder oder bestimmte Gruppen über einen Zeitraum ausstoßen. Hier kann z.B. der CO2 Ausstoß historisch zwischen Ländern verglichen werden, der aktuelle jährliche CO2 Ausstoß von Staaten pro Kopf, oder auch der Vergleich zwischen Einkommens- /Vermögensklassen – innerhalb der Länder oder im globalen Vergleich.
Die historische Perspektive:
Der CO2 Ausstoß der Länder kann eindrücklich auf der >> Carbonmap.org visualisiert werden. Hier lassen sich direkt historische Emissionen, Vermögen, oder auch Verwundbarkeit („people at risk“) vergleichen.
Aktuelle Emissionen
Auch heute ist die Menge an Treibhausgasen, die wir ausstoßen, direkt abhängig davon wie wohlhabend wir sind. Das lässt sich sowohl im internationalen Vergleich, als auch innerhalb von Gesellschaften betrachten. Dabei wird deutlich:
The average person in high-income countries emits more than 30 times as much as those in low-income countries. […]
More than 80% of the world’s emissions are produced by the top-half of the world population (high- and upper-middle income countries).
Quelle: >> >> Our World in Data: Global inequalities in CO2 emissions
Abschließend stellt sich für das Konzept der Klimagerechtigkeit also auch die Frage:
„Wer ist Verantwortlich zu handeln?“
Handlungsmöglichkeiten hängen dabei direkt von den jeweils verfügbaren Ressourcen ab. Länder und Menschen haben also unterschiedliche Möglichkeiten, Einfluss auf Emissionen und politische Entscheidungen zu nehmen, wobei diejenigen mit vielen Ressourcen eine entsprechende Verantwortung tragen.




