Baumscheiben
Alle Infos auf einen Blick:
WAS?
Baumscheibe nennt man den offenen Erdbereich um den Stamm eines Straßenbaumes herum.
Wir unterstützen Initiativen und Verwaltung dabei, Baumscheiben im Bezirk ökologisch nachhaltig und wertvoll zu bepflanzen. Dieses Engagement fördert die Biologische Vielfalt in unserer Stadt und hilft bei der Anpassung des Bezirks an die Folgen des Klimawandels.
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Du willst sofort loslegen? Hier findet ihr unseren Leitfaden Baumscheiben: >> Mitmachen.
Für praktische Tipps + Wissen direkt zu >> Infos und Downloads springen.
WARUM?
Oft ist der Boden in Baumscheiben stark verdichtet: zum Beispiel weil Sperrmüll, Autos oder Fahrräder darauf geparkt werden. Dadurch kommen die Wurzeln der Bäume häufig schlechter an Regenwasser, Nährstoffe und Sauerstoff. Wir können unsere Straßenbäume schützen, indem wir sorgsam mit ihnen und der Erde, aus der sie sich versorgen, umgehen. Durch die Bepflanzung der Baumscheiben mit regionalen Wildstauden wird ein wertvoller Lebensraum für Insekten und andere Tiere geschaffen und die lokale Artenvielfalt gestärkt. Diese Pflanzen bedecken den Boden ganzjährig und speichern Regenwasser. Davon profitieren die Straßenbäume in Trockenperioden. Bei Hitze wird durch die Verdunstung des Wassers über den Boden und Pflanzen die Umgebung gekühlt. Dieser Effekt wird auch „Schwammstadt-Prinzip“ genannt, und ist eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel.
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Leitfaden: Begrünen von Baumscheiben
Grüne Baumscheiben sind nicht nur gut für Bäume und Insekten, sie helfen auch dabei das Mikroklima in unseren Straßen zu verbessern – und sehen toll aus. Wenn Du auch eine Baumscheibe pflegen möchtest, helfen wir Dir hier mit allen nötigen Informationen, Kontakten und Hintergrundwissen. Ein paar Spielregeln sind dabei nämlich auch zu beachten, damit die Bäume nicht unbewusst beschädigt werden.
Direkt zur >> Checkliste springen
Gemeinsam statt einsam
Auch das Gärtnern in der Stadt macht natürlich gemeinsam am meisten Spaß! Sprich mit deinen Nachbar:innen, oder nimm Kontakt zur Stadtteilkoordination oder Kiez-Initiative auf, um Mitstreiter:innen zu finden. Wenn du in deinem Kiez noch keine passende Gruppe gefunden hast, kannst du auch uns um Unterstützung bitten: Beratung
Die ersten bepflanzten Baumscheiben gab es übrigens schon im Jahr 2020. Die Nachbar:innen der Initiative Fritschestraße haben hier angefangen, Baumscheiben in ihrem Kiez vielfältig zu bepflanzen. Nach längeren Experimentierphasen und einer Öffentlichkeitskampagne 2024 mit dem Titel „Einfach Beeten“ sind mittlerweile immer mehr bepflanzte Baumbeete dazugekommen. 2025 werden hier im Austausch mit Vertreter:innen der Fachämter im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf auch kleine Benjes-Hecken zur Begrenzung und sogenannte „Kackstreifen & Pinkelsteine“ für Stadthunde erprobt. Damit soll der Stadtbaum vor Hundekot und -Urin geschützt werden, und die Benjes-Hecken bieten weiteren Lebensraum für Insekten.
Im Herbst 2024 haben wir mit der AG Klima der Mierendorff-INSEL drei Muster-Baumscheiben bepflanzt, in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Grünflächen und Naturschutz im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
In enger Kooperation zwischen Anwohnerschaft und Bezirksverwaltung dienen diese als gelungenes Beispiel für gemeinsames Engagement zur Förderung der biologischen Vielfalt im Rahmen des Labels ‚StadtGrün naturnah‘ und Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes auf der südlichen Mierendorff-INSEL.
In vier Schritten zur grünen Baumscheibe

1) Planen
Bepflanzung und Pflege einer Baumscheibe muss beim Bezirksamt angemeldet werden: Klick!
Die Kolleg:innen schauen sich dann den Baum an, und prüfen ob die Bepflanzung hier möglich ist. Wenn der Baum noch sehr jung ist, die Baumscheibe stark verwurzelt oder zu klein für den Straßenbaum ist, dann ist eine zusätzliche Bepflanzung leider nicht möglich.
Weiter unten findet ihr noch ausführliche Pflanzenlisten und Informationen zu regionalen Stauden und ihren Standortbedingungen (Sonne / Schatten?). Damit könnt ihr den Idealen Pflanzplan für ‚Eure‘ Baumscheibe entwickeln.
Wir können außerdem die Webseite Natura DB empfehlen, hier könnt ihr entsprechend eurer Standortbedingungen passende Pflanzen heraussuchen. Achtet darauf, mit der Auswahl der Pflanzen auch einen möglichst langen Blühzeitraum abzudecken, damit schafft ihr das Beste Angebot für Bienen und Falter vor eurer Haustür. Und schön siehts natürlich auch aus!

2) Baumscheibe vorbereiten:
Müll entsorgen, vorsichtiges Auflockern des Erdbodens (ohne die Baumwurzeln oder Stamm zu verletzen), und unter Umständen auch etwas zusätzliche Erde (torffrei, nährstoffarme Substrate) verteilen, um Unebenheiten auszugleichen.
Vorsicht: Der Baumstamm muss jederzeit frei bleiben, und darf z.B. nicht von zusätzlicher Erde oder Pflanzen eingegraben werden. Sonst kann der Baum durch die zusätzliche Feuchtigkeit beschädigt werden.
Es dürfen außerdem keine Pflanzentöpfe, Vasen oder andere Behältnisse auf die Baumscheibe gestellt werden. Das zusätzliche Gewicht kann den Wurzeln schaden.

3) Pflanzen!
Es dürfen nur ‚krautige‘, ein- oder mehrjährige Stauden verwendet werden. Hochwachsende Stauden, Sträucher, Rank-/Kletterpflanzen oder giftige Blumen sind nicht erlaubt. Damit wird der Baum vor Licht-, Nährstoff- und Wurzelkonkurrenz geschützt. Außerdem dürfen die Pflanzen nicht die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, das heißt: nicht die Sicht behindern oder über Fahrradwege ragen.
Der beste Zeitraum für die Pflanzung ist übrigens nicht das Frühjahr, sondern im Spätsommer oder Herbst. So können die Stauden über den Winter gut Wurzeln bilden und müssen nicht so häufig zusätzlich gegossen werden. Viele Stauden mögen es übrigens eher trocken, und bevorzugen mageren Boden, und sind damit wunderbar pflegeleicht.

4) Pflegen
Wenn eine Baumscheibe bepflanzt und gut gepflegt ist, wird sie seltener betreten, befahren oder zum Abstellen von Fahrrädern und Sperrmüll missbraucht. So können die Bäume besser wachsen, und Beschädigungen reduziert werden.
Wir empfehlen, mindestens einmal im Monat aufzuräumen, ggf. vorhandenen Müll zu entfernen und zu schauen dass die gepflanzten Wildstauden nicht durch Wildwuchs und invasive Arten verdrängt und zerstört werden. Sonst ist der ökologische Gewinn eurer Arbeit schnell wieder verloren. Ihr könnt diese Gelegenheiten auch nutzen, ein „Baumscheiben-Tagebuch“ zu erstellen, und z.B. einmal pro Woche, einmal pro Monat ein Foto von euren Pflanzen machen. So habt ihr eine tolle Erinnerung und vielleicht auch ein gutes Argument um noch weitere Freund:innen und Nachbar:innen zu überzeugen, es euch nachzumachen. Für eine grüne Stadt!
Die meisten Straßenbäume sind über das Grundwasser gut versorgt, an heißen Sommertagen oder in längeren Trockenphasen freuen sie sich aber auch über zusätzliches Gießen. Dabei am besten zuerst die Erde um den Baumstamm vorsichtig anfeuchten, damit das Wasser gut versickern kann und nicht gleich wieder abläuft. Das Bezirksamt empfiehlt, im Anschluss pro Baum und Woche ca. 70-100 Liter Wasser zu geben. Am besten wird in der Nähe Regenwasser mit einer Regentonne aufgefangen, oder es gibt einen öffentlichen Straßenbrunnen, der fürs Gießen verwendet werden kann.
Mehr zum Thema Regenwasser retten findet ihr auf unserer Themenseite Regentonnen.
Im nächsten Abschnitt findet ihr außerdem noch viele weitere Tipps und mehrere Leitfäden zum Gärtnern in der Stadt, und den Link zur interaktiven Baumkarte „Gieß den Kiez!“.
Infos und Downloads
Du willst mehr Wissen?
Im Folgenden findest Du weiterführende Informationen, Links und Dokumente zum Download:
Baumpatenschaft
Der Text dieser Webseite basiert in weiten Teilen auf den Informationen der Fachbereiche Grünflächen und des Umwelt- und Naturschutzamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Baumpatenschaft muss beim Bezirksamt, über den Fachbereich Grünflächen, beantragt werden. Alles, was du dazu wissen musst, steht hier noch einmal offiziell unter dem Punkt
Glossar
Baumscheibe, Wildstaude, Schwammstadt? Du blickst noch nicht ganz durch, und möchtest Wissen worum es hier geht?
Wir haben ein Wörterbuch eingerichtet, wo die häufigsten Fachbegriffe erklärt sind. Fehlt noch ein Begriff? Schreib uns eine E-Mail, wir freuen uns über Feedback!
Leitfaden: Der Garten von nebenan
Der Leitfaden zur Begrünung im öffentlichen Raum vom Verein Grüne Liga e.V. bietet Tipps und Wissen zu Baumscheiben und anderen öffentlichen Flächen. Insbesondere der Fokus auf die rechtliche Situation für Engagement ist einen Blick ins Dokument wert, außerdem gibt es auch hier wieder Tipps zu Pflanzplänen und Gestaltung.
Leitfaden Grüne Liga Berlin: Garten von nebenan
Wir empfehlen außerdem die Gartenbox der Grünen Liga Berlin, die ihr direkt hier bei uns in der Koordinierungsstelle ausleihen könnt.
Leitfaden: Begrünen von Baumscheiben
Der BUND Berlin e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz, hat einen Kleinen Leitfaden für die ökologische Bepflanzung von Baumscheiben und wirkungsvollen Schutz von Straßenbäumen geschrieben. Hier findet sich weiteres Hintergrundwissen zur Biologie der Straßenbäume, Do’s and Dont’s, und Pflanzkonzepte für unterschiedliche Standortbedingungen.
1000 Gärten - 1000 Arten
Die Kampagne 1000 Gärten, 1000 Arten hat das Ziel, die biologische Vielfalt im Garten zu fördern, und bietet dafür vielfältige Tipps und Informationen zum Thema Naturgärten anlegen. Auf der Webseite gibt es gut aufbereitetes Hintergrundwissen, und eine Übersicht mit Pflanzprofilen zu zahlreichen Wildstauden.
Zum Download gibt es 6 Wildstaudenteams für unterschiedliche Standorte:
Pflanzpläne Wildstaudenteams: Tausende Gärten, Tausende Arten
Pflanzkonzepte für Baumscheiben und trockenschattige Bereiche
Vom Arbeitskreis Pflanzenverwendung des Bund deutscher Staudengärtner gibt es eine übersichtliche Broschüre mit 8 verschiedenen, schön gestalteten Pflanzmodulen für Baumscheiben mit unterschiedlichen Standortbedingungen:
Einkaufsführer Torffreie Erden (BUND)
Mit dem Verzicht auf torfhaltige Erden kann jede:r dazu beitragen, dass Moorböden nicht weiter abgebaggert und zerstört werden! Dieser Einkaufsführer enthält nach Anbieter sortierte Listen für torffreie Produkte und bietet Ihnen damit eine Orientierung im Erden-Dschungel.:
Pflanzlisten zur Förderung von Wild- und Honigbienen
Im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Förderung von Förderung von Wild- und Honigbienen der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Kooperation mit der TU Berlin, wurde eine Umfangreiche Liste Bienenfreundlicher krautiger Pflanzen für Berlin erstellt. Diese findet sich als Anhang im Abschlussbericht des Projektes, und bieten wir hier zum Download.
Gieß den Kiez!
Mit dem Projekt Gieß den Kiez des CityLAB Berlin soll die Unterstützung bei der Bewässerung von Stadtbäumen durch engagierte Nachbar:innen besser koordiniert werden.
Auf der interaktiven Karte werden über 800.000 Bäume visualisiert. Per Klick auf einen Baum werden zahlreiche Informationen wie Name, Alter, Wasserbedarf und mehr dargestellt. Wer einen Straßenbaum unterstützen möchte, kann ein Profil erstellen und auf der Karte eintragen ob und mit wie viel Wasser bereits gegossen wurde. Bäume können auch adoptiert, und so schneller wiedergefunden werden.














